365 Ruhetage für den TSV Meckenhausen

Geschlagene 365 Tage befindet sich auch der TSV Meckenhausen e.V. im Ruhemodus, seitdem der Lockdown am 22. März verkündet wurde. Kein Betrieb im Sportheim, keine hitzigen Diskussionen oder Schafkopfrunden am Stammtisch geschweige denn Stadtmeisterschaft, Theater oder Mannschaftsabend. Das kurze Aufblühen über den Sommer war wichtig - aber trotzdem anders. Corona geht am TSV nicht spurlos vorbei - jede Woche ohne Vereinsbetrieb sind persönliche und soziale Hürden für Jedermann. Heute sprechen wir mit einigen Ehrenamtlichen im TSV.

Gut gelungen ist dem TSV das Krisenmanagement: "Hier haben wir auf die Zusammenarbeit von Vorstand und Vereinsausschuß gesetzt und das hat einwandfrei funktioniert.", erklärt Dr. Ralf Müller, Vorstand des TSV Meckenhausen. Finanziell steht der Verein den Umständen entsprechend, aber noch sicher, da. Auch Jutta Schöll bestätigt als Kassier: "Der TSV kann von Mitgliedsbeiträgen, Spenden und Zuwendungen seine Kosten nicht decken - wir sind auf die Einnahmen aus Sportheim und Festen angewiesen. Aktuell haben wir aber noch Rücklagen, die schmelzen aber mit jedem Monat Lockdown immer mehr dahin. Die Rücklagen waren für Investitionen vorgesehen, die jetzt erst mal zurückgestellt werden müssen."

Wo in der Politik viel über die finanzielle Krise der Bevölkerung gesprochen wird, ist das soziale Miteinander in der Krise wohl der größte aber leider unmessbare Verlust. Müller freut sich auf die Zeit danach: "Was fehlt sind einfach die Sportangebote, insbesondere für Kinder - das Angebot der Online-Kurse durch die Turnabteilung ist dafür aber eine sehr gute Lösung! Ihm fehlt, einfach mal wieder ein Fußballspiel "live" zu erleben sowie das ein oder andere Projekt gemeinsam gestalten zu können. „Privat freue ich mich, vor allem auf Restaurant- und Veranstaltungsbesuche und die Möglichkeit wieder gemeinsam Sport treiben zu können." 

Abwarten, in welchem Umfang und unter welchen Auflagen das Theater 2022 stattfinden kann, muss auch Werner Brandl, Theaterleiter des TSV: "Für das nächste Jahr haben wir noch keine Pläne - die Entwicklung der Pandemie ist einfach noch nicht abzusehen. Dies gilt sowohl in Anbetracht vieler Menschen im Gymnastikraum, wo die Vorstellungen stattfinden, als auch ob und in welchem Umfang Laienspieltheater in Zukunft aufgeführt werden dürfen. " Die Zeit blieb trotzdem nicht ungenutzt, so zum Beispiel durch den 2020 im Sommer durchgeführten Theaterausflug. Im Januar sollten dann eigentlich die Vorarbeiten für den Einbau der neuen Lüftungsanlage für den Gymnastikraum beginnen. "Da hat uns der Lockdown dann wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht - also müssen wir auch hier wieder warten.", so Werner. Brandl sieht der Zukunft aber positiv entgegen, auf die Frage, ob Zuschauer künftig wieder ins Theater gehen werden: "Wir hoffen, dass die Zeit alle Wunden heilt und das normale Leben wieder Einzug erhält. Für uns steht an erster Stelle, dass unsere Zuschauer während der Aufführung auf fröhliche Art und Weise bestens unterhalten werden. Jedes Jahr muss ein rundherum gutes Stück aufgeführt werden, damit die Zuschauer sagen, wir kommen gerne nächstes Jahr wieder ins Sportheim zum Theater. Vor einer vollen Hütte zu spielen ist am Schönesten!"

Eine digitale Übergangslösung hat Denise Cammaro mit Ihrer Abteilung Turnen, Gesundheit und Fitness schaffen können: Hier wurde kurzerhand das Trainingsangebot auf online umgestellt. "Die Nachfrage zu den Online-Angeboten wurde von den Teilnehmern mit großer Begeisterung angenommen. Sie stellen eine gute Übergangslösung dar und bieten jedem die Möglichkeit sich ein bisschen sportlich zu betätigen, fit zu bleiben oder auch den Corona-Kilos den Kampf anzusagen", erklärt Denise. Auch der ein oder andere Teilnehmer hat aus den anderen TSV-Sparten ins Online-Angebot gefunden: "Wir freuen uns sehr - jeder ist willkommen!", richtet Denise im Namen der Abteilung Turnen aus.

Erst letztes Wochenende hatte unser Abteilungsleiter Tischtennis seinen Schläger zuletzt in der Hand: "Ich habe eine Platte für mich und meine zwei Mädels im Keller stehen, die wird aber leider viel zu selten verwendet", erklärt Uwe. Noch seltener werden aktuell die Platten in Vereinsheim und Mehrzweckhalle bespielt und das wird auch noch bis zum Trainingsbeginn so bleiben. Der Mannschaftsbetrieb ist bis Juni 2021 von Verbandsseite eingestellt. Damit aber die Jugend trotzdem motiviert wird, kümmert sich Jugendtrainer Michael Geidl über die sozialen Netzwerke um den Tischtennis-Nachwuchs von Meckenhausen.

Ebenso unbespielt wie die Tischtennisplatten bleibt auch der Rasen der Fußballplätze, kein Mensch weit und breit zu sehen - es herrscht Tristesse pur. Im Sommer war hier zwischenzeitlich wieder etwas los, jetzt kann es aber gerne wieder losgehen: "Es ist Licht am Ende des Tunnels, die Pandemie wird uns das nächste halbe Jahr zwar noch einige 'Ups & Downs' bescheren, es wird aber eine Zeit nach der Krise geben und die rückt immer näher. Der Rasen wäre jedenfalls soweit, Sportheim und Tribüne sind ebenfalls startklar. Was aber fast noch wichtiger ist: Zu unserer Fussball-Wohlfühloase gehört ja nicht nur das Kicken selber, sondern auch das Bier mit Freunden während oder im Anschluss an die Trainingseinheiten und Matches", erläutert Matthias Dotzer, Abteilungsleiter Fußball. Durch die Krise könnte eventuell der Ein oder Andere die Lust um die Sportart mit dem runden Leder verlieren: "Im Jugendbereich hoffen wir, dass alle, trotz der langen fußballlosen Zeit, am Ball bleiben. Da sind wir zuversichtlich. Bei den Herren haben wir vor ca. 3 Wochen eine Lauf-Challenge gestartet. Das hat zur Folge, dass die Spange aktuell noch weit auseinander geht zwischen denjenigen, die sich im Lock-Down zu Marathon-Läufern entwickelt haben und anderen, die es etwas ruhiger haben angehen lassen. Den Effekt haben wir aber nach so gut wie jeder Winterpause, also nichts außergewöhnliches, und bis es wieder um Punkte geht, bekommen wir das in den Griff.“ Personell verändere sich auf Nachfrage nicht mehr als angekündigt. Eine Entscheidung über die laufende Saison ist in einigen Bundesländern schon gefallen, die des Bayerischen Fußball-Verbands steht noch aus: "Der Ligapokal war als Puffer gedacht, sollte neben den Punktspielen noch Zeit bleiben und war dementsprechend eine gute Idee. Stand jetzt dürfen wir aber froh sein, wenn wir die Runde beenden können. Ich persönliche befürchte aber dass wir erst zur neuen Saison wieder Woche für Woche auf die Fußballplätze pilgern dürfen", schätzt Dotzer.

Vielleicht schon früher als der Meckenhausener Rasen werden die Tennisplätze des TSV bespielt. "Die Tennisplätze werden dieses Jahr wie immer in Eigenregie hergerichtet - wir hoffen auf die Saisoneröffnung zum 1. Mai. Der Sand ist bestellt! Wir freuen uns darauf das Spielen und Spaß für Kinder und Erwachsene, rund um den Tennisball bald wieder losgehen kann. Zuerst stehen aber die Arbeitseinsätze für die Plätze an", freut sich Reinhard Nuber, Abteilungsleiter Tennis. Jochen Wagner wird in der nächsten Saison wieder als Tennistrainer zur Verfügung stehen. 

Dass alle mit dem TSV verbunden Menschen trotz fehlender sozialer Kontakte und Einschränkungen auf dem Laufenden bleiben funktioniert über verschiedene Wege. "Gut, es fällt ja nicht viel an - vor Corona ist man am Freitag halt beim Wirt oder am Sonntag am Fußballplatz gewesen und hat das Neueste erfahren. Jetzt geht das nicht mehr so leicht. Das Neueste findet man entweder auf Homepage, Facebook, Instagram oder in der Zeitung. Man verpasst also trotzdem nichts! Und der Dorffunk funktioniert ja trotz Krise, das merkt man", erklärt Dirk Krämer, Pressebeauftragter im TSV.

Dass die Coronakrise auch Chancen mit sich bringt, darin sind sich die Aktiven des TSV einig: "Die aktuelle Zeit ist für jeden Einzelnen eine Herausforderung - für den Einen eine größere und für den Anderen eine Kleinere. Diese besondere Situation hat natürlich vor allem die Digitalisierung einen ganz großen Schritt nach Vorne gebracht. Die bringt uns am Ende aber nur bedingt etwas, denn Dorf und Ehrenamt leben vom Miteinander. Ich hoffe, dass alle Vereine gut durch diese Zeit kommen und die Zukunft danach wieder gemeinsam gestalten können. Für die verbleibende Covid-Zeit heißt es jetzt nochmal beißen, auch wenn steigende Zahlen, Mutanten und weitere Einschränkungen das Licht am Ende des Tunnels wieder kleiner werden lassen", führt Krämer aus.

Dass aber auch einige Dinge anstehen, wird nicht vergessen: Mit der nächsten Jahreshauptversammlung geht die Amtszeit von Dr. Ralf Müller als 1. Vorsitzendem des TSV zu Ende, er steht nicht mehr zur Wahl. Der TSV war schon einmal führungslos, damals hat Müller den Vorstandsposten übernommen und sowohl Erfahrung als auch Führungsstärke in den Verein gebracht und die Richtung des Vereins bestimmt.

"Demnach steht die Suche nach einem Vorstand aktuell ganz oben auf der Liste - Gespräche werden geführt - per Video natürlich. Die Entscheidung über die diesjährige SMS muss ebenfalls noch gefällt werden und dann steht schon das Jubiläum vor der Tür - hier stehen jetzt dann auch die nächsten Schritte in der Organisation an. Und weiter schauen möchte ich gar nicht -  Vorstand und Vereinsausschuß haben die letzten Jahre viele Themen umgesetzt, aber auch künftig relevante Punkte zur To-Do Liste hinzugefügt. Alles zu seiner Zeit", so Krämer zu kurz- und mittelfristigen Aufgaben des Meckenhausener Sportvereins.

Auch Denise Cammaro sieht die Krise sowohl als Hürde, als auch als Chance: „Da noch kein Ende der Pandemie in Sicht ist und niemand vorhersehen kann wie lange diese Situation noch anhält, ist es wichtig auch in dieser Zeit ein Signal des Zusammenhaltes zu vermitteln. Für viele sind unsere Online-Angebote das „Highlight“ des Tages, wo sich derzeit alles um Homeoffice, Homeschooling und Haushalt dreht. Diese „Highlights“ möchten wir mit den TSVlern wieder gemeinsam erleben. Egal ob beim gemeinsamen Sporteln oder beim ausgelassenen Feiern. Ich sehe in Corona die Chance, dass die ehrenamtliche Tätigkeit im Verein wieder mehr an Wertschätzung erhält und nicht als selbstverständlich angesehen wird und die „kleinen Dinge“ wieder mehr an Bedeutung gewinnen."

"Das Ehrenamt war und ist für unsere Gesellschaft wichtig. Gerade nach der Pandemie müssen wir wieder alle Möglichkeiten nutzen, Jung und Alt Sport in der Gemeinschaft zu ermöglichen.", erklärt Reinhard Nuber, der sich neben dem Tennis auch als Seniorenbeauftragter engagiert.

Die Halbzeit der Coronakrise sollte überwunden sein - der Vereinsbetrieb, das Ehrenamt so wie wir es kennen, rückt also mit jedem Tag und jeder Impfung näher - gemeinsam schaffen wir die Hürden, die noch vor uns liegen. Wir freuen uns auf die gemeinsame Zeit danach und vertrauen, wie immer, auf den Zusammenhalt: Ein Dorf. Ein Team.

 

 

Krämer, 03/2021

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